Flughafen Palermo:
Wie Automatisierung die Grenzkontrolle verändert
Der Flughafen „Falcone e Borsellino“ in Palermo muss jeden Tag große Passagierströme bewältigen, insbesondere bei den internationalen Ankünften. In Spitzenzeiten können in weniger als einer Stunde über tausend Passagiere den Flughafen passieren. Das führt zu Überfüllung im Ankunftsbereich, zu operativen Schwierigkeiten bei der Zollabfertigung und zu langen Wartezeiten für die Reisenden.
Angesichts von Spitzenwerten von bis zu 35.000 Passagieren pro Tag war der Bedarf klar: Die Kapazität der Passagierabfertigung musste gesteigert werden, während gleichzeitig hohe Sicherheitsstandards gewahrt bleiben sollten – und das, ohne die räumlichen Gegebenheiten zu verändern.
Der herkömmliche Prozess, der auf manuellen Kontrollen und getrennten Überprüfungsphasen beruhte, ist anfällig für Staus und Verzögerungen. Deshalb musste eine Lösung gefunden werden, die die Abfertigungskapazität ohne bauliche Veränderungen an der Ankunftshalle steigern konnte.
Dazu startete GESAP, die Betreibergesellschaft des Flughafens, ein Innovationsprojekt zur teilweisen Automatisierung des Grenzkontrollprozesses – und beauftragte FAAC mit der Umsetzung der Lösung.
ABC EasyGate: Mehr Effizienz bei der Grenzkontrolle
Das Projekt umfasste die Installation von sechs sogenannten Automated border control gates (kurz ABC-Gates) vom Typ ABC EasyGate, bei denen die biometrische Software von Secunet in die Zutrittskontrollsysteme von Magnetic integriert wurde. Diese Lösung gleicht die Ausweisdokumente der Reisenden mit einer biometrischen Gesichtserkennung ab und kann so die Identitätsprüfung automatisieren.
Dieser Prozess lässt sich in wenigen einfachen Schritten abschließen: Der Passagier legt seinen elektronischen Reisepass am Eingang des Gates vor. Das System überprüft automatisch die Dokumentendaten und vergleicht das in Echtzeit erfasste Gesichtsbild mit dem auf dem elektronischen Chip hinterlegten Bild. Bei Übereinstimmung wird der Durchgang innerhalb von Sekunden freigegeben.
Das gesamte System ist in die elektronische Dokumentenprüfung der Sicherheitsbehörden integriert und unterstützt den Betrieb von Polaria bei der Überwachung der Passagierströme und beim Umgang mit auffälligen Reisenden.
Einer der wichtigsten Aspekte der Lösung ist ihr kontinuierlicher Betrieb: Die Systemarchitektur ermöglicht es, den Identifizierungsprozess für den nächsten Passagier bereits zu starten, während der vorherige noch den Durchgang passiert. Das trägt zu einer kontinuierlich hohen Durchsatzrate bei. Die automatisierten Grenzkontrolllösungen von Magnetic sind speziell darauf ausgelegt, in Flughafenumgebungen ein hohes Maß an Effizienz und Sicherheit zu gewährleisten.
Die Vorteile für Passagiere und Betreiber
Die Einführung der ABC EasyGates hat sowohl für den Betreiber als auch für die Reisenden greifbare Vorteile gebracht:
- Verkürzte Kontrollzeiten: Bei einem Flug mit 200 Passagieren sanken die durchschnittlichen Abfertigungszeiten von 40 bis 50 Minuten auf etwa 20 bis 30 Minuten.
- Reibungsloser Ablauf: Die gleichzeitige Abfertigung der Passagiere in mehreren parallelen Linien reduziert Wartezeiten und Staus.
- Optimierte Raumnutzung: Die Ankunftshalle wird schneller wieder frei, ohne dass bauliche Erweiterungen erforderlich sind, und die Passagiere müssen nicht mehr in nicht klimatisierten Außenbereichen warten.
- Erhöhte Sicherheit: Überkopfkameras und Anti-Tailgating-Systeme ermöglichen es Polaria, Unregelmäßigkeiten in Echtzeit zu erkennen.
Die Einführung der ABC EasyGates ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie die Automatisierung von Grenzkontrollprozessen gleichzeitig die Sicherheit, die betriebliche Effizienz und die Gesamtqualität des Flughafenerlebnisses verbessern kann. Der Flughafen Palermo kann so seinen internationalen Passagierverkehr effektiver steuern und den Passagieren einen effizienteren Prozess und kürzere Wartezeiten bieten – ohne dabei Abstriche bei den anspruchsvollen Kontroll- und Sicherheitsstandards zu machen.